Vor ein paar Wochen wechselten hier noch DVDs oder Blu-ray Discs den Benutzer. Jetzt bestimmen Piano, Bar und Ledersitze das Interieur. Roulette, Bingo oder Pokern stehen auf dem Unterhaltungsprogramm: Die Video Buster Entertainment Group hat die Videothekenfiliale in der Zeißstraße, Hannover in ein Automatencasino der Luxusklasse umgewandelt.
Nach 26 Jahren erfolgreicher Tätigkeit im Filmverleihgeschäft, wurde es Zeit für etwas neues. 600.000 Euro wurde in die gut 600 Quadratmeter großen dreigeteilten Räumlichkeiten auf zwei Ebenen investiert und noch einmal 125.000 Euro in den Ausbau einer neuen Videothek ein paar Gebäude weiter. Denn Video Buster hat nur den frequenzstarken Standort für den neuen Geschäftszweig umgebaut, aber das Verleihgeschäft in der Zeißstraße selbst nicht aufgegeben. Neue Konzepte etablieren, Imagewerte auf den Kopf stellen, das Filialsystem mehrgleisig nutzen, so lautet die Video Buster Strategie in Zeiten der Wirtschaftskrise.
Um neue, digitale Vertriebswege voranzubringen, hat Andreas Grebenstein vor fünf Jahren den Strategen Mario Brunow in das Unternehmen geholt. Der half ihm, das Querdenken in die Tat umzusetzen: "Wir machen es anders", sagt Grebenstein. Mario Brunow ergänzt: "Mit hellen, aufgeräumten Standorte gegen das Schmuddelimage, mit Salonkomfort und Pianomusik hin zu neuen Zielgruppen – ein Neuanfang gegen das Negativimage, genauso wie es Video Buster bei den Videotheken bereits geschafft hat." Im Testlauf wurden ein Teil der Video Buster Filiale in der Fliegerstraße zum Automatencasino umgebaut – und entwickelte sich zum Renner.
Mit dem Start der Video Buster Marke "Casino Deluxe" hat die Gruppe ihr Entertainment-Repertoire erweitert: Neben dem Filmverleih mit den Vertriebswegen Großhandel, Filialsystem und Onlinedistribution soll ein zusätzlicher, bundesweiter Geschäftsbereich entstehen. "Wir suchen erstklassige Standorte mit einer hohen Besucherfrequenz", sagt Mario Brunow. "Und vielleicht ist ja auch die eine oder andere Videothek außerhalb unseres Filialsystems dabei."