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5. Februar 2009 um 12:16 Uhr

Verbraucherschützer kritisieren YouTube-Filter

Die Verbraucherschutzorganisation Electronic Frontier Foundation übt heftige Kritik an der Anti-Piraterie-Strategie der Online-Video-Plattform YouTube.

 

"Die Fair-Use-Politik, die Nutzern des Videoportals eine bestimmte nicht autorisierte Verwendung von urheberrechtlich geschütztem Material zugesteht, ist in Gefahr", stellt Fred von Lohmann, Senior Staff Attorney der EFF, fest. Schuld daran würden in erster Linie die Rechteinhaber selbst tragen, die ihr eigenes Material zunehmend strenger schützen und entsprechend hart gegen illegal eingestellte Beiträge vorgehen wollen.

 

Aber auch Google sei als Betreiber mitverantwortlich dafür, dass immer mehr User-generierte Inhalte aufgrund von Copyright-Verletzungen von YouTube entfernt würden. Insbesondere das eingesetzte automatische Content-Filtersystem müsse dringend verbessert werden, fordert die EFF. "Wir haben gemeinsam mit einigen anderen öffentlichen Interessensgruppen bereits mehrmals unsere Bedenken gegenüber den Rechteinhabern und YouTube ausgedrückt, was die Gefahren bezüglich des Einsatzes automatisierter Filter-Systeme wie Content ID betrifft", heißt es von der EFF. Derartige technische Lösungen seien gegenwärtig immer noch zu primitiv und unfähig zwischen eingestelltem Material, das unter dem Fair-Use-Gesichtspunkt zu behandeln wäre, und einer tatsächlichen Rechtsverletzung zu unterscheiden. Als Resultat würden mittlerweile viele Videos von der Plattform genommen, die eigentlich völlig harmlos seien.

 

"Bald wird es womöglich völlig unmöglich sein, einzelne Schnipsel unserer heutigen Massenmedien-Kultur wie Musik, TV-Inhalte, Filme oder Werbejingles in neuer Art und Weise wiederzuverwerten", befürchtet die EFF. Um weitere Frustration innerhalb der eigenen User-Community zu vermeiden, müsse YouTube dringend das Content-ID-System überarbeiten. Eine diesbezügliche Forderung habe die EFF bereits im Oktober 2007 gegenüber YouTube ausgesprochen. "Damals wurde uns versichert, dass man bereits an einer Verbesserung des Filter-Tools arbeiten würde", schildert von Lohmann. Seitdem sei in dieser Hinsicht aber nichts mehr passiert.

Quelle: EFF
 
Sprache: de en

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