Die Privatbank Sal. Oppenheim hat ihren direkten Anteil von 3,7 Prozent an dem insolventen Konzern verkauft. Mehreren Berichten zufolge könnte das Institut auch sein Engagement über eine Industrieholding bald beenden.
Nur gut zwei Wochen nach der Pleite des Warenhauskonzerns Arcandor, plant Großaktionär Sal. Oppenheim offenbar den Ausstieg. Dazu soll es in den kommenden sechs Wochen eine Entscheidung geben, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf das Umfeld der Bank. Sie hat ihren direkten Arcandor-Anteil von 3,7 Prozent verkauft. Der persönlich haftende Gesellschafter der Bank, Dieter Pfundt, sagte am Mittwoch in Frankfurt, Sal. Oppenheim habe sich von dieser Beteiligung getrennt. Über eine Industrieholding halten die Gesellschafter von Sal. Oppenheim noch knapp 25 Prozent an dem pleite gegangenen Touristik- und Handelskonzern. Ob die Holding diese Anteile verkauft oder behält, ist unbekannt.
Eine Person aus dem Umfeld der Bank sagte, ob das Institut und seine Eigentümer ihre Anteile behielten und sich an einer möglichen Rekapitalisierung von Arcandor beteiligten, hänge vom Ergebnis der Bestandsaufnahme des Insolvenzverwalters ab. Laut der „Süddeutschen Zeitung“ hält es die Bank aber nur noch „theoretisch“ für möglich, dass der Konzern insgesamt erhalten bleibe.
Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz bekannte sich dagegen am Wochenende klar zum Arcandor-Konzern, an dem sie 26 Prozent der Anteile hält. Ihr Ehemann Leo Herl versicherte in einem Zeitungsinterview, das Aktienpaket werde nicht verkauft.
Unterdessen hat Arcandor am Dienstag die ursprünglich für den 31. März vorgesehene und bisher bereits zwei Mal verschobene Veröffentlichung des Konzern-Halbjahresberichts abgesagt. Zur Begründung führte der Konzern seinen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens wegen drohender Zahlungsunfähigkeit an.