Die Verhandlungen über die Karstadt-Übernahme durch den Investor Nicolas Berggruen kommen nicht richtig voran. Während Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in einem Brief an das Highstreet-Konsortium Partei für Berggruen ergreift, lehnt Wirtschaftsminister Brüderle (FDP) eine Intervention weiterhin ab. Unterdessen hat sich der italienische Kaufhaus-Magnat Maurizio Borletti mit einem Angebot an den Karstadt-Betriebsrat gewandt.
Wie die Nachrichtenagentur Dow Jones unter Berufung auf eine Mitteilung an die Karstadt-Gläubiger meldet, wollen sich diese am 2. September treffen, um endgültig über das Schicksal der Warenhauskette zu entscheiden. Sollte bis dahin keine Einigung im Bezug auf Berggruens Angebot vorliegen, so stünde Maurizio Borletti mit einem unterschriftsfähigen Vertrag parat. Wie das Handelsblatt unter Berufung auf einen Highstreet-Sprecher meldet, hätten sich Borletti und das Vermieterkonsortium bereits über einen Generalmietvertrag verständigt.
Berggruen schwimmen zusehends die Felle davon, denn auch die Deutsche Bank, die ebenfalls bei Highstreet engagiert ist, geht mittlerweile auf Distanz zu dem Investor. Die Deutsche Bank ist über ihre Investmentfirma RREEF mit 24 Prozent an Highstreet beteiligt. Während das Konsortium derzeit nach wie vor mit Berggruen verhandelt, soll sich der RREEF-Manager Andrea Vanni hinter den Kulissen für Borletti einsetzen, meldet die Zeitschrift Capital in ihrer Online-Ausgabe vom Montag (16.08.2010).
Der italienische Kaufhauskettenbesitzer soll sich unterdessen mit einem Brief an Karstadts Gesamtbetriebsrat gewendet haben. Laut Informationen der „Bild“ soll Borletti darin um das Vertrauen des Betriebsrats werben .So verspricht er etwa, auf Entlassungen zu verzichten und kündigt gleichzeitig an, alle existierenden Karstadt-Standorte weiter betrieben zu wollen.