Der europäische Markt für Unterhaltungselektronik befindet sich im Aufwind. Getrieben durch technische Innovationen wächst der Umsatz in den ersten sechs Monaten dieses Jahres laut dem aktuellen Ergebnis der GFK Retail and Technology für das erste Halbjahr 2010 um 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Aufgrund einer zunehmenden Konnektivität der Geräte untereinander sowie qualitative Weiterentwicklungen bei Bild, Ton und Design sind die Konsumenten bereit mehr Geld auszugeben. Für das gesamte Jahr wird ebenfalls eine positive Entwicklung erwartet.
Im europäischen Vergleich sind die Wachstumsmotoren neben Deutschland und den skandinavischen Ländern vor allem Italien und Spanien. Mit Frankreich und Großbritannien zeigen zwei wichtige Absatzmärkte mit einem Plus von jeweils drei Prozent ein eher verhaltenes Wachstum. Westeuropa legt insgesamt um 4,9 Prozent zu, aber auch Osteuropa verzeichnet eine Zunahme um 2,6 Prozent. Der Umsatz von Fernsehgeräten gewinnt weiter an Bedeutung. Aktuell werden in Europa rund 73 Prozent der Ausgaben für Unterhaltungselektronik in diesem Segment investiert – Tendenz steigend. Damit bleiben Fernseher das Zugpferd der Branche. Unter Druck geraten hingegen weiterhin die vergleichsweise jungen Warengruppen der tragbaren Audio- und Navigationsgeräte.
Für das Jahr 2010 werden weltweit sowohl deutlich gestiegene Absätze als auch Umsätze (jeweils plus sechs Prozent) mit TV-Geräten prognostiziert. Die GfK Retail and Technology geht derzeit davon aus, dass im gesamten Jahr mit 252 Millionen verkauften Fernsehern rund 110 Millarden Euro umgesetzt werden. Derzeit dominieren mit 86 Prozent weiterhin LCD-Fernseher. In Europa wird für 2010 ein Absatz von insgesamt 59 Millionen LCD-Geräten (plus zehn Prozent) und 4,5 Millionen Plasmabildschirmen geschätzt.
In Westeuropa setzen sportliche Topereignisse wie die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika im Markt der Unterhaltungselektronik, insbesondere bei Fernsehgeräten, erfahrungsgemäß Impulse. Neben dem Zweitgerätesegment – Bildschirmdiagonalen von 22 Zoll – werden insbesondere Fernseher mit 37 Zoll und größer nachgefragt. Die gängigste Kategorie bleiben jedoch weiterhin 32-Zoll-Geräte. Obwohl in den ersten sechs Monaten acht Prozent mehr Geräte dieser Größenklasse verkauft werden, sinkt deren Anteil auf 30 Prozent. Grundsätzlich sind die Kunden bereit für zusätzliche Ausstattungsmerkmale mehr auszugeben.
Zum Standard zählt bereits der integrierte digitale HDTV-Tuner. Daneben gewinnt die Verbindung von Fernsehen und Internet an Bedeutung. Insgesamt 15 Prozent der im Juni 2010 verkauften LCD-Fernseher sind internetfähig. Neuen Technologien wie Flachbildschirme mit LED-Hintergrundbeleuchtung (22 Prozent Umsatzanteil im ersten Halbjahr 2010) sowie eingebaute Festplattenrekorder (15 Prozent Umsatzanteil) tragen ebenfalls zu steigenden Durchschnittpreisen bei. Mit durchschnittlich 540 Euro für einen LCD-Fernseher (Stand: Juni 2010) geben die Konsumenten etwas mehr aus als vor einem Jahr. Ist die Produktausstattung gleichwertig, sinken die Preise sogar. Ein positiver Einfluss wird zukünftig von der 3D-Technologie erwartet.
Der westeuropäische Markt für DVD Player und Recorder verliert auch im ersten Halbjahr 2010 weiterhin hinsichtlich der verkauften Geräte (minus zehn Prozent) und des Umsatzes (minus acht Prozent). Allerdings beruhigt sich die Lage aufgrund der positiven Entwicklungen im Blu-ray-Markt. Im Mai wird dadurch erstmals fast drei Jahren mit einem Plus von vier Prozent eine positive Wachstumsrate erreicht. Blu-ray Player und Recorder machen im ersten Halbjahr 2010 bereits knapp ein Drittel des Umsatzes im DVD-Gesamtmarkt aus – für das Gesamtjahr wird ein Absatz von knapp 3,8 Millionen Blu-ray Geräten in Europa prognostiziert.
Durch Zusatzfunktionen wie 3D-Technik, eingebauter Festplatte sowie integriertem digitalen Tuner steigt der Durchschnittspreis für einen Blu-ray-Player im Juni auf 179 Euro. Bei Standard DVD-Recordern sind die Zahlen weiterhin stark rückläufig. Nach den ersten sechs Monaten schlägt ein Umsatzminus von 26 Prozent zu Buche. Diese Geräte tragen nur noch mit rund einem Drittel zum Gesamtumsatz bei. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Standard DVD Playern. Sie verlieren deutlich – bei tragbaren Geräten sind es 17 Prozent weniger Umsatz, bei stationären Geräten 16 Prozent weniger. Aufgrund günstiger Einstiegsangebote wird der Wechsel auf Blu-ray zunehmend an Fahrt aufnehmen.