Eines der wesentliche Merkmale der diesjährigen GDC ist die Besinnung zahlreicher Vortragender auf das Konzept des gemeinsamen Spielens. Social Gaming-Experte Justin Smith sagt dem US-Markt für Social Games 2010 ein Wachstum um rund 70 Prozent von 490 Millionen US-Dollar (etwa 360 Millionen Euro) im letzten auf 835 Millionen US-Dollar (etwa 615 Millionen Euro) in diesem Jahr voraus.
Die wichtigste Plattform für Social Games ist dabei Facebook. Gareth Davis, Plattform Manager der Facebook Games-Abteilung, führt dies nicht zuletzt auf die installierte User-Baser zurück. 200 Millionen Menschen nutzen Facebook täglich, 400 Millionen immerhin noch monatlich, führt er aus. „Wir haben uns über den Core Gamer hinaus entwickelt“, so Davis, „und nun spielen Menschen aus allen demographischen Schichten.“
Neben zahllosen kleinen Online- und Social-Games-Firmen sind es im Westen besonders drei Unternehmen, die den Social-Games-Kuchen unter sich aufgeteilt haben. Das größte Stück gönnt sich, mit einem Umsatz von 200 Millionen US-Dollar (etwa 150 Millionen Euro), Zynga, gefolgt von Neu-EA-Tochter Playfish mit 75 Millionen US-Dollar (etwa 55 Millionen Euro) und Playdom mit 50 Millionen (etwa 37 Millionen Euro).
Durch Social-Gaming und Plattformen wie Facebook hat sich aber nicht nur die Art geändert, wie Spiele gespielt und wahrgenommen werden, auch die Art Spiele zu produzieren, zu monetarisieren, zu vermarkten und zu vertreiben ist einem rasanten Wandel unterworfen, der bisher noch nicht zu einem endgültigen Modell geführt hat.
So hat das Facebook-Spiel „Farmville“, das etwa mit dem Titel „Harvest Moon“ vergleichbar ist, derzeit 32 Millionen aktive Spieler – täglich. Dabei dauerte die Entwicklung des Spiels vom Konzept bis zum Release gerade einmal fünf Wochen. Bereits einen Tag nach dem Launch hatte das Spiel 18.000 User, nach vier Tagen waren es über eine Million Spieler. Dies alles gelang ohne jedes Marketing.
Doch auch die Geschäftsmodelle wandeln sich, dank Facebook und Co. Noch sind Facebook Credits, ein Bezahlsystem für Facebook-Inhalte aber auch Inhalte von Social Games auf der Plattform, in der Erprobungsphase. Doch Zynga und Playfish gehen bereits eigene Wege und bieten Paycards über US-Retailer an. Micropayment ist das Monetarisierungs-Schlüsselwort der Social Games-Industrie.
Herausfordernd für Games-Entwickler ist auch die Internationalität des Social Games-Marktes. 70 Prozent der Facebook Nutzer haben ihren Lebensmittelpunkt außerhalb der USA. Nicht nur unterschiedliche Sprachen, auch unterschiedliche soziodemographische Merkmale müssen Entwickler in Betracht ziehen, wenn Sie für die schöne neue Social Games-Welt entwickeln, so Justin Smith.