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19. Oktober 2009 um 17:12 Uhr

Britische Provider wollen Filesharer nicht vom Netz nehmen

In der Diskussion um die Pläne der britischen Regierung, Internetnutzer bei Verdacht auf illegales Filesharing zu blockieren, versucht laut einem Berichte der BBC nun der Provider TalkTalk die Fehleranfälligkeit der Strategie aufzuzeigen, nach der unter anderem auch auch Unschuldige getroffen werden könnten, wenn deren WiFi-Netzwerke gehackt.

 

Als eindringliches Beispiel wurde das Problem anhand eines gewöhnlichen Wohnblocks bewiesen. TalkTalk-Sicherheitsexperte Matt Roxburgh fand dort auf Anhieb 23 ungesicherte Netzwerke, wählte sich ein und konnte so Musik über fremde Internetanschlüsse herunterladen. Fürsprecher der regierungspläne lassen diese Kritik aber nur teilweise gelten, denn die Testdownloads waren legal und das Einverständnis der Testpersonen wurde zuvor eingeholt. Nichtsdestotrotz wurde so bewiesen, dass nach den Plänen zukünftig auch unschuldige Personen gesperrt werden könnten.

 

Nach intensiven Anstrengungen der Musikindustrie - es soll im Moment etwa sechs Millionen aktive Filesharer in Großbritannien geben - überlegt die dortige Regierung, allen voran Wirtschaftsminister Peter Mandelson, der Regulierungsbehörde Ofcom die Befugnis zu geben, Internetanschlüsse zu kappen. Die britischen Internetanbieter regieren allerdings abwehrend. Es sei nicht ihre Aufgabe, das Netz zu überwachen. Frühere Verfahren hatten ergeben, dass Internetanbieter lediglich für die Versorgung zuständig seien.

 

"Das Mandelson-Schema ist so starrköpfig wie naiv. Das Ignorieren der Unschuldsvermutung und das Fehlen eines gerichtlichen Prozesses kombiniert mit der Verbreitung von WiFi-Hacking wird dazu führen, dass unschuldige Menschen vom Netz getrennt werden", so Andrew Heaney von TalkTalk. Die British Phonographic Industry (BPI) hält jedoch weiter an den Plänen fest. Die betreffenden Personen würden im Verdachtsfall zuerst kontaktiert, man hätte also die Möglichkeit, das Thema im Haushalt zu diskutieren. Außerdem würde Beratung angeboten werden, wie drahtlose Netzwerke abgesichert werden können. Letzlich sei jedoch jeder selbst dafür verantwortlich, was über seinen Anschluss passiere.

 

 

Quelle: pressetext
 
Sprache: de en

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