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20. Oktober 2009 um 17:24 Uhr
Aus und vorbei: Quelle schlie?t die Pforten
Aus und vorbei: Quelle schlie?t die Pforten

Bei Quelle gehen die Lichter aus

Der Versandhändler Quelle steht unmittelbar vor dem Aus. Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg ist mit seinem Konzept gescheitert, dass 82 Jahre alte Traditionsunternehmen als Ganzes verkaufen zu wollen. Diese Strategie hatte bereits beim Mutterkonzern Arcandor nicht gefruchtet. Bis zu 7.000 Jobs stehen nach Informationen der Financial Times Deutschland auf der Kippe.


Bis zuletzt hatte Görg versucht, das defizitäre Unternehmen Quelle und die einzelnen Spezialversender (u.a. Baby Walz, Hess natur) als Gesamtpaket unter dem Namen Primondo zu veräußern. Nun steht fest, dass dieser Versuch gescheitert ist. Am späten Montag Abend gestand Görg ein, dass am Wochenende auch die letzten Ineteressenten abgesprungen seien.


Das Problem: Während die einzelnen, spezialisierten Versandhändler durchaus profitabel wirtschaften, ist besonders das Deutschlandgeschäft der Traditionsmarke Quelle schon seit Jahren defizitär. Ins Besondere die Quelle Shops, in denen Bestellung gesammelt wurden und in denen immer eine Sortimentsauswahl vorrätig gehalten wurde, erwiesen sich als Verlustbringer.


Zwar hatten zumindest einige Investoren auch mit einer Quelle-Übernahme geliebäugelt, dann jedoch die Shops geschlossen. Görg hatte dies nicht in Kauf nehmen wollen und zeigte sich noch bis Ende Oktober zuversichtlich, einen Käufer für das Gesamtunternehmen Quelle finden zu können. Ein Trugschluss, der, wie auch schon bei Mutterkonzern Arcandor, tausende Menschen ihren Arbeitsplatz kosten wird.


Mittlerweile hat Mitbewerber Otto Interesse an einigen der Spezialversender bekundet, zumindest diese Arbeitsplätze könnten also gerettet werden. Der Quelle-Konzern wird zerschlagen, das Unternehmen hört auf zu existieren. Verschiedene Medien berichten, dass eben dieser Schritt, also die Zerschlagung des Konzerns, auch im Vorfeld möglich gewesen, jedoch von Görg stets abgelehnt worden sei.


"Was noch offen ist, ist die Frage: Wie viel Liquidität hat der Insolvenzverwalter noch und wie viele Menschen kann er während der Abwicklung noch beschäftigen?" so Verdi-Handelsexperte Johann Rösch in Nürnberg. Alle anderen Mitarbeiter seien ab sofort freigestellt, die Abwicklung solle maximal zwei Monate dauern.
Quelle: FTD.de, heute.de
 
Sprache: de en

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